Ladekarten fürs E-Auto im Vergleich
Unterwegs laden kostet je nach Tarif zwischen 39 und 89 ct/kWh — mehr als doppelt so viel Spanne wie beim Haushaltsstrom. Hier stehen die gängigen Ladekarten mit Grundgebühr, Arbeitspreis und Roaming-Aufschlag nebeneinander, damit du siehst, welche zu deiner Lademenge passt.
Eine Ladekarte ist im Kern ein Stromvertrag fürs Unterwegsladen: Du zahlst entweder nur pro Kilowattstunde oder zusätzlich eine monatliche Grundgebühr, die den Arbeitspreis senkt. Welches Modell günstiger ist, entscheidet allein deine Lademenge — und die kennst du nach ein paar Monaten Fahrpraxis meist recht genau.
Der zweite wichtige Punkt ist das Roaming: Fast jeder Anbieter hat ein eigenes oder bevorzugtes Netz zum Vorzugspreis und rechnet alles darüber hinaus teurer ab. Der Unterschied ist erheblich — bei EnBW etwa 39 ct im eigenen Netz gegenüber bis zu 89 ct im Roaming. Vor der Entscheidung lohnt deshalb ein Blick auf die Säulen entlang deiner üblichen Strecken.
Die Tarife im direkten Vergleich
Preise in ct/kWh, brutto, Stand 08/2026. Hervorgehoben ist der günstigste Arbeitspreis im eigenen Netz. Grundgebühr-Tarife rechnen sich erst ab einer gewissen Lademenge — die Spalte „Passt für" ordnet das ein.
| Anbieter / Tarif | Grundgebühr | AC | DC | Roaming | Standzeit | Passt für |
|---|---|---|---|---|---|---|
| EnBW mobility+ Tarif S | keine | 56–89 ct | Blockiergebühr je nach Standort | Gelegenheitsladen ohne monatliche Bindung | ||
| EnBW mobility+ Tarif L | 11,99 € | 56–89 ct | Blockiergebühr je nach Standort | Vielfahrer, die überwiegend im EnBW-Netz laden | ||
| ADAC e-Charge mit ADAC-Mitgliedschaft | keine | 75 ct | an Aral pulse ohne Blockiergebühr | ADAC-Mitglieder — ein Preis für AC und DC | ||
| Aral pulse Klassik | keine | 52 ct | — | je nach Standort | günstiges AC-Laden ohne Grundgebühr | |
| Aral pulse Extra | 2,99 € | — | je nach Standort | wer regelmäßig an Aral pulse schnelllädt | ||
| MAINGAU Autostrom Autostrom | keine | 62 ct | 82 (Hochpreisnetze) ct | ab 180 min AC / 60 min DC, max. 12 € je Vorgang | Maingau-Energiekunden (10 ct/kWh Nachlass) und AC-Lader | |
| EWE Go Ladetarif | keine | 62 (Partnernetz) ct | im eigenen Netz ohne Standzeitkosten | Laden im EWE-Go-Netz ohne Zeitdruck |
Richtwerte DE, Stand 08/2026, brutto, ohne Gewähr. Ladetarife ändern sich häufig — allein 2026 haben mehrere Anbieter ihre Preise angepasst. Maßgeblich ist immer die aktuelle Preisliste des Anbieters; die Anbieternamen in der Tabelle verlinken dorthin.
Grundgebühr oder nicht — die einfache Rechnung
Ein Grundgebühr-Tarif lohnt sich ab dem Punkt, an dem die monatliche Gebühr durch den niedrigeren Arbeitspreis wieder hereinkommt. Die Formel dafür ist schlicht: Grundgebühr geteilt durch die Ersparnis pro Kilowattstunde ergibt die Kilowattstunden, ab denen sich der Wechsel trägt.
Am Beispiel EnBW: Tarif L kostet 11,99 € im Monat und lädt im eigenen Netz für 39 statt 56 ct — eine Ersparnis von 17 ct/kWh. 11,99 € geteilt durch 0,17 € ergibt rund 71 kWh. Wer also monatlich mehr als etwa 71 kWh im EnBW-Netz lädt, fährt mit dem Grundgebühr-Tarif günstiger. Das entspricht ungefähr 350 bis 400 elektrischen Kilometern im Monat, die tatsächlich öffentlich geladen werden.
Wichtig an dieser Rechnung: Sie gilt nur für die Kilowattstunden im Vorzugsnetz. Wer viel im Roaming lädt, profitiert von der Grundgebühr kaum, weil dort bei den meisten Anbietern derselbe höhere Preis gilt. Wer überwiegend zuhause lädt und nur auf Langstrecke öffentlich nachlädt, bleibt meist mit einem Tarif ohne Grundgebühr besser bedient.
Wie viel du damit gegenüber dem Laden zuhause zahlst
Selbst der günstigste Ladekartentarif liegt über dem Haushaltsstrompreis von rund 32 ct/kWh — und deutlich über den etwa 10 ct, mit denen sich selbst erzeugter PV-Überschuss kalkulieren lässt. Die Ladekarte ist deshalb die Ergänzung für unterwegs, während der Alltag günstiger an der eigenen Wallbox läuft. Wie groß der Unterschied über ein Jahr ausfällt, zeigt der Vergleich zuhause gegen öffentlich laden samt Rechner.
Wer noch keine eigene Wallbox hat: Was Gerät und Installation zusammen kosten, steht unter Wallbox-Kosten, und welche Modelle sich für zuhause eignen, zeigt der Wallbox-Vergleich.
Einige Anbieter decken beides ab: Elli, die Energietochter von Volkswagen, verkauft Wallbox, Ladekarte und Stromtarif aus einer Hand, und auch E.ON bündelt Gerät, Installation und Tarif. Das ist bequem — lohnt sich aber nur, wenn die Einzelbausteine dem Vergleich standhalten.
Häufige Fragen zu Ladekarten
Welche Ladekarte empfiehlt der ADAC?
Der ADAC bietet mit e-Charge einen eigenen Tarif an: für Mitglieder ohne Grundgebühr, mit einem einheitlichen Preis für AC und DC an Aral-pulse-Säulen und einem festen Roaming-Preis darüber hinaus. Für ADAC-Mitglieder ist das eine der einfachsten Lösungen, weil die Preisstruktur ohne Staffelung auskommt.
Welche ist die beste kostenlose Ladekarte für E-Autos?
Ohne monatliche Grundgebühr laden unter anderem EnBW mobility+ im Tarif S, ADAC e-Charge, Aral pulse Klassik, MAINGAU Autostrom und EWE Go. Welche davon am günstigsten ist, hängt vom Ladeort ab: Aral pulse Klassik ist beim AC-Laden stark, EWE Go im eigenen Netz, Maingau bei den Niedrigpreis-Ladepunkten.
Welche Ladekarte macht Sinn?
Das hängt an deiner Lademenge. Wer selten unterwegs lädt, fährt mit einem Tarif ohne Grundgebühr besser. Wer regelmäßig öffentlich lädt, spart mit einem Grundgebühr-Tarif: Bei EnBW rechnet sich der Tarif L gegenüber dem Tarif S ab etwa 71 kWh im Monat, weil die 11,99 € Grundgebühr dann durch den um 17 ct niedrigeren Arbeitspreis wieder hereinkommen.
Welche Ladekarte hat die größte Abdeckung?
EnBW mobility+ nennt über 900.000 Ladepunkte in 17 europäischen Ländern, ADAC e-Charge erreicht über die Kooperation mit Aral pulse nach eigenen Angaben rund 98 % der öffentlichen Ladeinfrastruktur in Deutschland. Für die Abdeckung im Alltag ist meist weniger die Gesamtzahl entscheidend als die Frage, welche Säulen auf deinen üblichen Strecken stehen.
Braucht man überhaupt noch eine Ladekarte?
Zwingend nein — an fast allen Säulen lässt sich per App oder mit Karte spontan laden. Das Ad-hoc-Laden ohne Vertrag ist laut ADAC allerdings bis zu 62 % teurer als ein Tarif. Eine Ladekarte oder App eines Anbieters lohnt sich deshalb, sobald du mehr als ein paar Mal im Jahr unterwegs lädst.
Angaben geprüft: 08/2026, ohne Gewähr. Ladetarife, Netzabdeckung und Blockiergebühren ändern sich laufend — vor Vertragsabschluss die Konditionen beim Anbieter prüfen.
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